Holzkunst

An der Holzbildhauerei fesselt mich der Umgang mit dem Material. Es hat für mich eine ungeheurere lebendige Ausstrahlung. Bei der Bearbeitung des Holzes baut sich ein vertrauliche und zutiefst persönliche Beziehung auf.

 

Ich sehe Parallelen zwischen der Dreidimensionalität eines Stück Holzes und uns als Person. Wir als Menschen und das Holz als Objekt, als Skulptur beanspruchen einen Platz in Raum und Zeit. Jedes Kunstobjekt hat eine spezielle individuelle Form, seine ureigene Identität.

 

Wenn ich am Holz arbeite überlasse ich mich ganz dem Moment und dem Holz. Ich versuche bearbeitend mit jedem Schlag, mit Hammer und Beitel, langsam und horchend mich dem Kernstück, der Seele des Holzes zu nähern. Es wird geboren was geboren werden will. Meinen Willen stelle ich hintan ich übergebe meine Hände dem Prozess. Es entsteht was will. Und wenn am Ende nur ein Streichholz übrigbleibt.


Das Bearbeiten des Holzes hilft sich selbst und Situationen zu betrachten. Gefühle, Ereignisse und Erlebnisse lassen sich mit jedem Abschälen weiterer Holzseelenschicht wieder und neu entdecken.

 

Holzkunst arbeitet sich langsam bis zum Kern vor und unterstützt dabei den Prozess sich neuen Begebenheiten anzupassen, sich selbst und Situationen neu zu betrachten oder aber auch den Prozess des Verarbeitens und Loslösens positiv zu unterstützen.

 

Das Einzigartige dieser Therapie ist, die Entwicklung von Formen und Skulpturen über einen längeren Zeitraum. Die Holzkunst wirkt sowohl auf den Körper, den Geist und im Besonderen ausgleichend auf die Seele.

Es entsteht ein intensiver Dialog mit dem Material und sich selbst.